Football Patriots
  • ChatBox

    Letzte Nachricht vor 1 Monat
    1 gast ist online.
    • jonny : ja :oops:
    • Gast_3060 : wer isn da online!
    • Gast_1229 : brauche das passwort jm
    • Gast_1081 : :?:
    • Gast_1081 : :?:
    • Gast_1081 : :D
    • Gast_1229 : 8O
    • Gast_1229 : :D
    • Gast_2932 : :arrow: :arrow: :arrow: :?:
    • Gast_1229 : 4-2 gegen dusseldorf
    • Jonny : SCHÖN DAS ES DIE SEITE WIEDER GIEBT :roll:
    • lazrlj : t96ROL
    • Gast_3799 : 8-) 8-) 8-)
    • Gast_3799 : :evil: :evil: :evil:
    • Gast_3956 : Tabelle der zweiten BuLi folgt :roll:
    • Gast_3799 : SIND WIR WIEDER IM NETZ
    • yvonne : Also erstmal ist ja schön, das die Seite wieder da ist. Aber das mit der Tabelle hab ich mich auch schon gefragt? in welchem Jahr sind wir mit unserer Seite eigentlich? Wäre schon schön, wenn wir bißl aktueller wären... :wink:
    • Schweini : Kann man an der Seite mal die Tabelle der zweiten BuLi einbauen?
    • Gast_1693 : :idea:
    • yvonne : so kann's die nächsten Wochen weiter gehn... schön unseren FCE mal wieder siegen zu sehn, aber ihr wart mir heut bißl zu leise im Stadion. Hoffe das ändert sich beim nächsten Heimspiel. FCE 4 ever!!!
    • Schweini : Für alle, die wissen wollen, wo die englische Firmen heute stehen empfele ich «Link» Es ist ein Hochgesang auf Tottenhams Yid Army, mit Stimmen von Cass Pennant, West Hams ehemaligem Firmenanführer. Echt sehenswert!
    • Gast_2841 : voest linz hooligan and ACBC
    • Schweini : Update: Millwall-Bericht hat erste Videos, die guten fehlen noch. Weiß einer wie ich Videos kleiner bekomme, sodass ich sie hier einbunden kann?
    • Schweini : Videos folgen so schnell wie möglich!
    • Schweini : So, die erste Hürde ist genommen. Videos sind eingefügt (sind im Text hervorgehoben), wie viele ich nachträglich noch einfüge weiß ich noch nicht. Ich halte euch auf dem laufenden und drücke die Daumen, auf dass die alte Dame heute ordentlich von uns poliert wird! :-)
    • Schweini : Hey Zoze oder Becki, schreibt mich mal an, hab ne Menge Videos gemacht, die sich aber nicht einfügen lassen. Und die Artikelgliederun g funktioniert auch nicht wie sie soll!
    • Bexx : schreib weiter so schweini, liest sich richtig gut! viel spass noch auf der insel! und schau dir unbedingt west ham united an!!!
    • Schweini : Hey Leute, Artikel wird noch etwas verfeinert, gibt da Probleme mit den Videos. Bericht vom Tottenhamspiel folgt so schnell wie möglich.
    • Ragusaway : «Link»
    • yvonne : Also wieder mal um minimum 10 Jahre gealtert am Samstag.... so ein Spiel hab ich schon lange nicht gesehn. also ich denke das das mit dem Klassenerhalt auf alle Fälle klappen wird wenn die so weiter spielen... einfach nur GEIL
    • Bexx : auf gehts haut den fischköppen einen vorn latz!
    • yvonne : na wenn das nicht Hoffnung gibt, weiß ich auch nicht... so ein schönes Spiel hab ich lange nicht gesehen:-)
    • Bexx : na bitte.. geht doch!!! das war ja mal ein richtig überzeugender auftritt und lässt für die zukunft hoffen! jetzt gleich nochmal in dortmund nachlegen und alles wird gut!
    • Schweini sagt : verdammt kotti, du warst wieder mal zu clever! :-P eigentlich wollte ich dich nur verwirren und dich warten lassen ;-)
  • Login

  • « Schweini does London Part I | Home | Part III “Please donate for our heroes, Sir!” »

    Part II “To Dare is to Do!”

    Von Schweini | 6.März 2009

    Tottenham 4-0 Middlesbrough

    Datum: 04.03.2009   Stadion: White Hart Lane   Zuschauer: 35761       

    Mein zweites Spiel auf der Insel. Obwohl auf meiner Liste eine Menge interessante Vereine und Spiele stehen, freue ich mich unterbewusst am meisten auf die Spurs von Tottenham. Warum das so ist, weiß ich nicht, denn Tottenham ist nicht gerade für seine akurate Schönspielerei und sonstige Dinge bekannt, eher wird ihnen nachgesagt, dass sie wie’s Wetter und permanent gegen den Abstieg spielen, wenn sie nicht gerade geistesgewärtige Phasen haben wie in der abgelaufenden Saison. Ich ziehe eine Parallele zu meiner Energie aus Cottbus und bin fürs erste beruhigt, auch wenn ich wohl nie im Ansatz Spieler wie Luka Modric, Robbie Keane oder David Bentley für Cottbus spielen sehen werde. Da ich Angst habe keine Karte zu bekommen, ordere ich diese bereits in Deutschland und lasse sie mir mit der Post schicken – sie kommt natürlich nicht rechtzeitig. In England angekommen, mache ich das Ticketbüro von Tottenham drauf aufmerksam und bekomme umgehend eine Ersatzkarte erstellt, die am Spieltag für mich abholbereit am Stadion liegt. Superservice!
    Zum Stadion gelangt man in etwa 30 Minuten vom Zentrum bequem mit der Bahn in nördliche Richtung. Bereits aus der Bahn heraus kann man zwischen den typischen englischen Backsteinhaussiedlungen sehen, wie sich die White Hart Lane emporhebt. Von der Station White Hart Lane/Love Street sind es etwa 5 Minuten Fußweg zum Stadion. Die White Hart Lane (das Stadion ist nach der hier gemeinten Straße benannt) ist sehr belebt, eine Menge Geschäfte und Fressbuden befinden sich dort. Ich entdecke sogar einen Dönerladen, dessen Kebap für £2,15 zwar nicht überragend schmeckt, aber preislich okay ist. Danach ziehe ich zum Box Office um meine Karte abzuholen, zwei Stunden vor Anpfiff ist dieses immer noch nicht offen, mein Vordermann ist deutlich angenervt und droht permanent damit alles kurz und klein zu schlagen. Als ob er erhöht wurde, öffnen alsbald die Schalter und dann halte ich sie in den Händen: meine Karte für den Tottenham South Stand Lower, einmalig schon deshalb, da mein Name darauf verewigt ist.
    Da ich noch etwa anderthalb Stunden bis zum Spiel Zeit habe, entschließe ich mich einen der 5(!) ansässigen Spurs-Shops aufzusuchen, bei so einem Spiel kann man ja ruhig ein Programmheft (£3) als Erinnerung mitnehmen. Alle Fanshops sind dank 10%-Rabattaktion für Mitglieder gerammelt voll. Und obwohl alles gekauft wird, was irgendwo ein Wappen der Lillywhites enthält, muss ich feststellen, dass es keine übertrieben „overdressten“ Fans oder gar Kutten gibt. Leider muss ich auch mit ansehen, dass auch in England ein bei uns aufkommendes Problem zum Tragen kommt: Fanartikel und Embleme in rosa um einen Anreiz für weibliche Zuschauer zu schaffen! Was für‘n Scheiß! An der Kasse kaufe ich das Programmheft und bekomme dazu sogar das Programmheft vom verlorenen Carling-Cup-Finale vom vergangenen Sonntag dazu.
    Mit diesen, vom Kassierer stilecht eingetütet, begebe ich mich zum Eingang Southstand. Bei einem kurzen Abstecher zu einem der vielen wilden Fanartikelstände fallen mir ein paar Babystrampler auf, auf denen zwei eindeutig als Hooligans zu identifizierende Personen ein Arsenalwappen mit ihren Baseballschlägern zerlegen, untertitelt mit: „Daddy says: let’s kick the fucking scum out of London!“. Tottenham und Arsenal. Ein Hass, der seit je her tief verwurzelt ist und stark gelebt wird, weit größer als uns die in letzter Zeit inflationär erschienenen Filme über englische Hooligans mit ihren Feindschaften zwischen Millwall und West Ham oder Chelsea suggerieren wollen.
    Kurz vorm South Stand sehe ich den Spurs-Pub und beschließe hineinzugehen um etwas Vorstimmung mitzunehmen. Meine Karte wird kontrolliert (Auswärtsfans sind dort verboten) und schon stehe ich drin. Ein Pub, dessen Türsteherbereich so groß ist wie in die „Rote Karte“ alleine, dahinter enorm weitläufig. Dennoch brechend voll. Das Bier (zum Glück ein Carlsberg statt zimmertemperaturwarmes englisches Bier) auch hier fair bepreist (£3 für ein Pint). Ich komme mit zwei Spurs-Supportern ins Gespräch, die mir erzählen, dass die White Hart Lane bald ausgedient hat, da der Verein das Northumberland Park Project ausgerufen hat, ein Stadionneubau unweit der White Hart Lane mit größerem Fassungsvermögen und Stadionnamen, der an Sponsoren verkauft wird, ähnlich dem Emirates Stadium. Auch wenn die White Hart Lane von außen kein sonderlich schönes Stadion ist, finde ich es irgendwo unverantwortlich eine Spielstätte, die seit 1899 durchweg Residenz eines Vereins ist, so einfach aufzugeben. Aber diese Tendenzen sind ja schändlicherweise auch in Deutschland erkennbar.
    Ich verlasse das Pub und begebe mich ins Stadioninnere, wieder mit Kartenabreißer und Drehkreuz, diesmal aber mit Personenkontrolle, die sehr sporadisch ist. Meine Tüte (mit Programmheften, meinem Pullover und einer Flasche Coke) scheint dem Kontrolleur egal zu sein. Ich stehe unter dem South Stand, ein weitläufiger Bereich, mit übersichtlicher Aufteilung. Ich suche meinen Aufgang und stehe im Stadion. Es ist beeindruckend, eng und gedrungen, nur ein Band aus VIP-Logen stört das Bild etwas. Ein Ordner mit einer überschaubaren Anzahl Zähnen im Mund (ich schätze sechs oder sieben) zeigt mir meinen Platz. Genial, fünfte Reihe, zwischen Tor und Eckfahne. Es ist unbeschreiblich so nah am Spielfeld ohne Zäune zu sitzen. 20 Minuten vor Spielbeginn bin ich fast allein im Stadion, auf der Videowand laufen die Highlights der 2:1 Hinspielschlappe. Dem Stadionheft entnehme ich, dass Tottenham-Boro immer Schweinespiele sind, außerdem fallen in der White Hart Lane die wenigsten Tore pro Spiel (die meisten, sieh an, in West Bromwich). Ich verfalle trotzdem nicht in Lethargie, schlimmer als das Charlton-Spiel gestern kann’s nicht werden. Das Stadion füllt sich kurz vor Spielbeginn bis zum letzten Platz, die eingespielten Saisonhighlights mit mitreißender Musik kündigen den Einmarsch der Spieler an, der Kessel kocht. Von Anfang an ertönt der sehr mitreißende Schlachtruf der Spurs „Yid Army“. Die „Yid Army“, neben West Hams ICF und den Millwall Bushwhackers, eine der großen Hooligenfirmen der Achtziger, scheint zumindest in dieser Form Bestand zu haben. (Kurz vor Anstoß) Anstoß, es ist laut, alle zwei Minuten wird das langgezogene „Yid Army“ angestimmt. Tottenham ist etwas behäbig, spielt aber durchaus passabel. Von den mitgereisten Boro-Fans, die erstaunlicherweise über dem Homesupporters-Block stehen, ist wenig zu hören. Beim Lied „The Spurs go marching on“ geht mir das Herz auf, eine Hammerstimmung. Diese wird dadurch ins schier unendliche getrieben, als Keane nach einer Modric-Ecke den Ball versenkt. Vor allem Keane wird hier gottgleich verehrt. Das gellende „Yid Army“ setzt von der Rängen ein, gefolgt von „Fuck off, Boro!“. Nach dem vermeintlichen 1:1 Ausgleich mache ich mir ein erstes, wenn auch nur akustisches Bild der mitgereisten Gäste. Es klingt ordentlich, das Tor wird dennoch aberkannt, was aus dem South Stand Lower mit einem höhnischem „Who are you?“ quittiert wird. Der obere Gästerang rastet mehr oder weniger aus und liefert sich wüste Pöbeleien mit den angrenzenden Blocks der Heimfans. Das beeindruckende daran ist, dass dort die gleichen Absperrungen vorherrschen wie in unserem Block: ein etwa hüfthohes, unter geöffnetes Geländer. Der einzige Unterschied ist, dass im Oberrang noch etwa 10 (!) Ordner beide Fanlager trennen. Nach dem sich die erhitzten Gemüter gelegt haben, trifft Pawljuschenko auch schon zum 2:0. Erneut ist das ganze Stadium aus dem Häuschen. Erst recht als Lennon mit dem 3:0 vor der Pause alles klar zu machen scheint. „No support, no support, no support, you fucking shit!“ skandiert der Block lautstark in Richtung der im Oberrang sitzenden Boro-Anhänger. Anschließend stimmt der der South Stand erneut „The Spurs are marching on“ an, eine Gänsehautatmosphäre. Ein bis dato nicht zu vergleichendes Stadionerlebnis. Ich konzentriere mich vielmehr auf die Stimmung im Block als aufs Spiel. Außerdem ist es mir nicht gelungen eine bessere Kamera aufzutreiben, was mich aufregt, da ich viele Momente nicht vernünftig festhalten kann. Vor unserem Block sind die Ordner stets damit bemüht die Fans dazu zu bewegen sich hinzusetzen, die Auf-und-Ab-Gesten des Supervisors werden aber hämisch und bewusst als Aufforderung zur „Yid-Army-Laola“ fehlgedeutet. Dass die Ordner dennoch keinen Spaß verstehen, zeigt sich in der Halbzeitpause als diese Polizisten zur Hilfe rufen um einen aus dem Block, der sich wohl deren Aufforderungen widersetzt hat, abzuführen. Ich bin nicht der einzige der das lächerlich findet, mein Nebenmann erläutert mir dennoch, dass das durchaus Gang und Gebe ist. In der Halbzeitpause habe ich eine Begegnung der unangenehmen Art: zwei Dynamo-Kutten tauchen vor mir auf, ziellos, planlos und sächselnd bemerkend, dass sie zum zweiten Mal den falschen Aufgang benutzt haben. Ich spreche sie nicht an und bin umso verärgerter, dass die Bande selbst hier rumkraucht. Meinem Nebenmann, der sich über die seltsamen Schals wundert, erzähle ich etwas über unsere Rivalität, verglichen mit der zwischen den Spurs und den „Scums from Islington“ aber eher uninteressant für ihn. (Video zum 1:0) Die zweite Halbzeit beginnt und ist sofort typisch Tottenham, das stark zwischen Genie und Wahnsinn schlendert. Eher hilflos wirkend und nicht wirklich zwingend plätschert die Partie vor sich hin. Middlesbrough weiß, dass es verloren hat (Middlesbrough bei der Ecke), Tottenham fängt an sein zweites Gesicht zu zeigen und spielt so destruktiv wie möglich. Die Demokratie im Block ist beeindruckend. Jeder der was zu sagen hat, steht auf uns schleudert es Richtung Spielfeld. Zu der Phase des Spieles sind das durchaus kritische Einwürfe. Als Lennon dem Spuk mit dem 4:0 in der 80.Minute endlich ein Ende setzt, gibt es kein Halten mehr. Boro-Fans verlassen in Scharen das Stadion, was mich fasziniert, da mir meist als Auswärtsfan verwehrt wurde, das Stadion vor Abpfiff zu verlassen. „That’s why you’re goin‘ down!“ und „Yid-Army“-Gesänge wechseln sich ab, ein finales „The Spurs are marching on“ setzt den stimmungsgeladenen finalen Schlusspunkt. Dann ist es auch schon vorbei, ein an sich gutes Spiel in beeindruckender Atmosphäre, die man einfach mal miterlebt haben sollte. Berittene Polizisten säumen meinen Weg zur Bahn. Auch hier beschränkt sich Polizeiarbeit darauf, eine vernünftige Schlange zu den Bahnhofsaufgängen zu organisieren.
    Und wie die Bahn sich zurück Richtung Zentrum schiebt und ich noch einen Blick auf das erleuchtete Stadion erhaschen kann, frage ich mich, ob eine neue modernere und vor allem kommerziell weitaus höher ausgeschlachtete Arena im Northumberland Park diese Aura transportieren kann, die die White Hart Lane zweifelsohne hat. Ich denke nicht und wünsche den Spurs-Anhängern das Beste für die letzten Spiele in diesem Stück Mythos.

    Topics: Hopping |

    Kommentare