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    • Bexx : schreib weiter so schweini, liest sich richtig gut! viel spass noch auf der insel! und schau dir unbedingt west ham united an!!!
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    Part VI “We Fear No Foe!”

    Von Schweini | 15.März 2009

    Millwall 0-1 Leicester City

    Datum: 14.03.2009   Stadion: The Den   Zuschauer: 13264   

    Es ist wieder einmal Samstag. Ich habe die Wahl zwischen Wimbledon und Millwall. Wimbledon, als neugegründeter Verein (von Fans wohlgemerkt, der „offizielle“ heißt jetzt ja MK Dons) ist durchaus interessant, entscheide ich mich dennoch für Millwall. Eine Wahl, die ich nicht bereuen werde. Dieses Mal bin ich nicht allein, ich habe noch einen Nürnberger und einen Regensburger dabei, der den Ultras Regensburg nahe steht. Dessen Geschichten sind aber eher unter den Teppich zu kehren. Hauptsache Gesellschaft. Wir treffen uns am U-Bahnhof London Bridge. Von da aus ist es nur noch eine Station mit dem National Railway zur Stadion South Bermondsey. Da sind wir nun, in den berühmten Londoner Docklands. Millwall zog seine einstige Klientel aus den vorherrschenden Docks entlang der Themse und den dort arbeitenden Menschen, die sich schließlich in den legendären Firmen „The Treatment“ und „The Bushwhackers“ organisierten. Die Häfen und Piere sind verschwunden. An ihre Stelle wuchsen Banken und Versicherungen, von denen kaum einer aus Bermondsey profitierte. Millwall ist geblieben und mit ihm seine Zuschauer, die im Zuge dessen ihre Arbeit verloren. Wir verlassen den Bahnhof und folgen dem Tross und eins fällt sofort auf. So viele Bullen wie alleine zwei Stunden vor Spielbeginn am Bahnhof stehen habe ich in allen meinen fünf vorher gesehenen Partien zusammen noch nicht erlebt. London kennt seine Problemkinder, und im Süden, wenn nicht gar generell, ist Millwall sein größtes. Wir ziehen geschlossen zum Den, gesäumt von Bullen. Und mitten in Bermondsey steht es, trotzig, klobig, wie man es erwartet: The Den. Was für ein Name, was für ein Stadion. Vier Tribünen, an den Seiten offen, dennoch eindrucksvoll. Ich trinke mit den Jungs ein Bier, währenddessen besorgen wir uns die Karten. £20, für ein Drittligaspiel enorm heftig, es ist die billigste Karte. Für den Cold Blow Lane End Stand, und diese £20 werden sich lohnen. Auch wenn ich es nicht recht wahr haben will, verfolge ich mein erstes Spitzenspiel: Millwall (3.) gegen Leicester (1.), wohl gemerkt in der 3. Liga. Der Mannschaftsbus von Leister kommt an. Wütend strömen Millwall-Anhänger von allen Seiten um gegen den Bus zu treten, zu schlagen, zu was auch immer. Warum sie das tun, ist leicht erklärt: Millwall mag keinen, genauso wie keiner Millwall mag. So einfach ist die Regel und diese Regel rechtfertigt alles, was in und um diesen Verein herum passiert. Ich probiere Bier aufzutreiben, aber außerhalb des Den ist kein alkoholisches Getränk zu bekommen. Warum das so sein könnte, überlasse ich der Phantasie eines jeden einzelnen. Wir entschließen uns nach innen zu begeben. Auch hier befindet sich das ganze Leben unter den Tribünen, schlicht und einfach. Einen Bierstand gibt es auch (£3,20 für ein 0,5l Carlsberg). Wir sind glücklich. In der Zwischenzeit fällt mir auf, dass in Millwall die Haare eher licht getragen werden, was aber nicht dem Alter geschuldet ist. Der Altersschnitt ist recht jung, ich schätze um die Anfang 20, viele Kinder rennen herum, die älteren blicken alles andere als freudig drein und alles was über dreißig ist, schaut aus, als ob es gerade von einer Kneipenschlägerei gekommen ist. Über meinem Aufgang klebt trotzig der Millwall-Löwe mit der Unterschrift „No one likes us, we don’t care!“. Stark. Daneben ein ebenso großer Aufkleber des Vereins: „Millwall against Racism!“. Haha. Aber für Selbstironie bin ich immer empfänglich. Und vor allem dankbar. Wir betreten das Stadion. Für die £20 bekommen wir einen Luxus, der in England gänzlich abhanden gekommen zu sein scheint: freie Platzwahl. Nicht schlecht und so wohl auch nur in Millwall üblich. Die Spieler wärmen sich auf. Was sofort ins Auge sticht, ist die Rückseite der Millwall-Trikots, neben der obligatorischen Rückennummer und dem Namen ist unten vermerkt: „We fear no foe“. Und wenn ich mich so umschaue, brauchen das die Jungs beileibe nicht. Ich bin begeistert aufgrund der Einstellung, die so offensichtlich nach außen getragen wird. Der Ausrüster Millwalls ist Bukta, nie gehört. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn kein namhafter Ausrüster würde sich freiwillig Millwalls Image anheften lassen wollen. Es ist kurz vor drei, das Stadion ist gut gefüllt (The Den - Innenansicht). Es ertönt „London Calling“. Millwalls Anhänger ergreifen das Wort und tönen lautstark gegen die etwa 1000 Leicester-Fans im North Stand „Millwall is calling!“. Das ist unmissverständlich und bezieht sich auf die Zeit nach den regulären 90 Minuten. Sich innerlich sicher, entgegnet Leicester nur ein verächtliches „Who are you?“. Die Auswärtsfans dürfen nur auf dem oberen Rang sitzen, zu oft wurde hier schon der Platz gestürmt und mit ihm der North Stand. Dennoch bewundere ich den Mut der Mitgereisten, würde ich doch nicht bereitwillig ein großes Maul riskieren, würde Millwall, ausgerechnet Millwall, zum Tanz nach dem Spiel bitten. Aber bitte. Die Mannschaften laufen ein, es ist eine wahnsinnig gute Stimmung auf meiner wie auf Gästeseite. Anstoß und es beginnt: der Millwall-Schlachtruf. Während andere Teams etwas Kreativität beweisen, reicht bei Millwall ein einfaches langgezogenes „Eeeeeeeeeeeey!“ (Ey-Gesänge). An sich würde jeder sagen, dass das schwach wäre. Doch wer einmal im The Den steht und 10000 gut motivierte Jungs ein „Eeeeeeeeeeeey!“ richtig Gästefans schreien hört und dessen absolut bedrohlich Kulisse wahrnimmt, wird anders denken. Ich für meinen Teil staune Bauklötze. Es ist unbeschreiblich. Fast beängstigend. Es ist schlicht und ergreifend Millwall. Bevor ich mich gänzlich der Atmosphäre widme, sei soviel gesagt: beide Teams spielen weit über unserem Drittliganiveau, vor allem Leicester steht hinten sehr kompakt sicher und clever. Und jetzt genug vom Spiel, denn das scheint nicht der Grund zu sein warum sich über 10000 „Lions“ hierher verirrt zu haben scheinen. Wegen der winzigsten Kleinigkeit, und sei es eine strittige Einwurfentscheidung an der Mittellinie, ist der Cold Blow Lane End auf 180. Wer wirklich einmal lernen möchte, wie man in Englisch in allen Variationen flucht, dem empfehle ich ein Besuch im Den. Unbeschreiblich. Jedes zweite Wort ist fuck(ing). Mindestens. Die restlichen in etwa: cunt, asshole, motherfucker, scum, wanker, bitch, pussy usw., usw. Das man daraus durchaus beliebig viele Sätze bilden kann, wird mir just an diesem Samstagnachmittag bewusst (Eine ruhigere Minute im Cold Blow Lane End). Erwähnenswert auf Millwaller Seite ist der amerikanische Verteidiger mit der Rückennummer 6: Zak Whitbread. Ein weißer, schneeblonder Verteidiger, fast ein Albino. Wäre irgendein Schwarzer im Stadion, ich denke, er würde es ebenso lustig finden wie ich. Das Spiel läuft gemächlich vor sich hin und endlich kommt sie, die 20. Minute, wie ich finde relativ spät, denn das ist sie, warum ich eigentlich hier bin!
    „We are Millwall, we are Millwall, Super Millwall from the Den.
    We are Millwall, Super Millwall, we are Millwall from the Den.
    No one likes us, no one likes, no one likes us, we don’t care!
    We are Millwall, Super Millwall, we are Millwall from the Den!”
    Einfach nur gigantisch. Das ist Gänsehaut, wie ich die bis dato noch nicht hatte. Das lange „Eeeeeeeeeeeeeeeeeeey“ tut sein übriges. Die Stimmung im Stadion und die mich umgebenden Leute flößen mir einen Heidenrespekt ein! Zwei Minuten später trifft Leicesters Howard mittels Fernschuss zum 0:1. Alle erheben sich, Leicester zum Jubeln, Millwall schleudert wütend alle Fäuste Richtung Spielfeld. Die Sache eskaliert allmählich. Nach mehr oder minder falschen Entscheidungen des Linienrichters was Ecken oder Abseits angeht (im Endeffekt alles ergebnislos) rastet das Stadion aus. Mein Vordermann schreit: „I wanna his fucking head! Who will bring it for me?“. Mehr verwundert mich allerdings, dass ich mehr als fünfmal höre “I do!“, auch von nicht mal 10jährigen Kindern. Willkommen in Millwall. Die Stimmung hitzt sich auf, wegen kleinster Lappalien ist der Block auf Hochtouren, sowas habe ich noch nicht erlebt. The Den ist definitiv der Schmelztiegel des Hasses (Erhitzte Gemüter). Das Spiel ist mehr als nebensächlich, das Gros scheint nur hier zu sein um zu demonstrieren, was sie sind: Millwall! Es ist Halbzeit, ich hole mir mit meinen Begleitern ein Runde Bier. Auf den Fernsehern im Innenraum läuft gerade die Partie ManU-Liverpool, das 1:4 fällt in der Nachspielzeit, die meisten beindruckt das nicht. Es kommt mir so vor, als ob sportlicher Erfolg hier gänzlich untergeordnet ist. Die Jungs könnten in der Stadtliga A spielen und man würde die gleichen Gesichter antreffen. Im Unterrang ertönt das „Eeeeeeeeeeey“ und im Anschluss „No one likes us“. Es schallt, es ist einfach der Hammer! Für jeden, der es nicht erlebt hat, unbeschreiblich, selbst für mich selber kaum in Worte zu fassen! Die zweite Halbzeit beginnt, ab auf den Cold Blow Lane End und die zweite Halbzeit schauen. Das spielerische fasse ich wieder schnell zusammen: Millwall drückt, Leicester steht echt so sicher wie ich es lange von keinem Team mehr gesehen habe und schaukelt deshalb das Spiel souverän nach Hause! Auf den Rängen ist Leicester auch präsent und passt sich Millwalls Niveau gut an. Nach jedem gegnerischen Abstoß ertönt das verächtliche „You fuckin‘ shit, youuuuuuuuuuu areeeeeeeee!“. Wie Millwalls Block reagiert ist wohl nicht weiter zu erläutern. Ich sehe nicht einmal 12jährige Kinder zur Spielfeldbande sprinten, mit erhobenem Mittelfinger, „Piss off you fucking Leicester shit!“ und dann ab zurück zu Vati. Wahnsinn. Der farbige Angreifer Leicesters fällt im Strafraum, kein Elfmeter. Der Block quittiert mit „Back where you come from damn monkey!“ und „uh uh uh uh uh“-Lauten das Geschehene. „Millwall against racism!“. So langsam fang ich an das zu glauben. Ich entdecke eine verkappten Germanisten in meinen Block: „You fuckin‘ Arschloch!“ ist wirklich abwechslungsreich. Die Lions sind auf dem Rasen nicht sehr produktiv, wie das ganze Spiel nicht, es ist zwar gut anzusehen, nur Torchancen gibt es keine. Dann ist es aus. Der Block ist wütend, stinkendwütend. Er hat soviel Hass aufgebaut und ich kann mir nicht erklären warum. Es ist kein Derby, es gab keine strittigen Szenen. Naja. Ich will nach Spielende noch in den Millwall-Shop, Anstecker holen. Dieser ist geschlossen und das nicht grundlos. Er befindet sich genau am Ausgang der Auswärtsfans. Und vor dem haben sich an die 200 Millwaller versammelt und warten auf Leicester. Wer Millwall fordert, bekommt Millwall! Die Polizei, hier ja durchaus stark vertreten, versucht, den Auswärtsbereich abzuriegeln. Und dann geht alles sehr schnell, eine Polizistin (!) wird geschlagen, berittene Bullen räumen den Bereich, es gibt erste Festnahmen. Ein Bullenhelm wird als Trophäe im Mob präsentiert, aber alsbald von den Gelben (sie tragen hier stark erkennbare Warnwesten, keinen Körperschutz) zurückerobert. Wenn die Bullen den „verdienten Kampf“ versauen, sind sie es halt, die her halten müssen! Willkommen in Millwall. Die berittene Staffel trennt den Mob, wir werden nach Bermondsey getrieben, weg vom Stadion. Ich laufen in der Gefolgschaft der Bullen mit und mache Videos, sie scheint es nicht zu stören. Sie sind viel mehr damit beschäftigt, den Polizeisanitäter auszurüsten, London kennt seine Problemkinder (Im Tross der Bullen)! Dann geht es Schlag auf Schlag, die ersten Flaschen fliegen gegen Pferde, gegen die Reiterstaffel. Die Bullen formieren sich, der Millwall-Mob auch, alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird Richtung Bullen geschleudert, man benutzt Straßenabsperrungen um eine Barriere aufzubauen. Ein Polizeitransporter rollt an und wird sofort mit Flaschen eingedeckt. Die Fronten formieren sich, ich stehe mittendrin und hoffe auf das perfekte Video. Meinen zwei Begleitern ist die Sache zu heiß, sie verpissen sich, fürchten sie doch Flachen oder Gummiknüppel abzubekommen. Urplötzlich bekomme ich ein Schlag in den Rücken. Ich unterbreche mein Video, drehe mich um und was mich da erwartet, überrascht mich vollends. Ein Vater mit seinem nicht mal 10jährigen Sohn schreit mich an, dass ich die Kamera weg packen soll: „What are you doin‘ man? You’ve to fight for Millwall, not to take pictures of that!”. Das ist einfach unglaublich! Ich reihe mich mit ihm notgedrungen in den Mob der Straßensperrenerrichter ein. Sein Kind ist immer noch bei ihm. Bierflaschen fliegen, man ist zum äußersten bereit. Eine Frau rennt auf die Straße und fragt wie bescheuert wir (ich rede von wir, da ich ja jetzt wohl oder übel Teil von allem bin) doch sind. Schließlich sind Kinder am Ort. Ich muss feststellen, dass sie vollkommen bescheuert ist, da die meisten Kinder zwischen den Reihen stehen, freiwillig. Die Väter meist in der Nähe, hier wird Hass nicht nur gezüchtet, er wird gelebt. Urplötzlich löst sich unser Mob auf. Ein heißer Tipp kam, dass Leicester am Bahnhof South Bermondsey steht. Und schließlich waren sie es, die zum Tanz gebeten haben. Schnell geht es die etwa 200m zurück. Die Aufgänge sind bereits von Bullen zugestellt und oben stehen sie, die Anhänger Leicesters. Und auch wenn es eine Vielzahl ist, ich schätze sie weit über 500, sind sie ruhig, wirken verängstigt. Denn nur 5 Treppenstufen weiter unten warten unzählige motivierte Millwaller auf die große Chance! „Eeeeeeeeeeeey!“, das ist Einschüchterung par excellance. Viele Jugendliche um die 15-18 sehe ich, in erster Reihe. Die alten, und durchaus furchteinflößenden Kaliber kurz dahinter. Millwall holds the line! Willkommen in Millwall. Da permanent Flaschen Richtung Bahnsteig fliegen, entschließt sich die Polizei den gesamten Vorplatz zu räumen. Das Gros der Leute sammelt sich in Bruchteilen am äußeren Ende in freudiger Erwartung auf Vater Staat. Ich stehe an einer Wand am Rande des Platzes als ich urplötzlich gefragt werde, wo ich herkomme. „Germany, Berlin.“ Ob ich Hertha-Fan wäre, will er wissen, ich verneine lautstark und sage ihm, dass ich Cottbusser wär, er das bestimmt aber nicht kennt. Er behauptet das Gegenteil und meint, dass er vorhabe sich ein Spiel dort anzuschauen. Ich halte das für unrealistisch. Als er mir aber erzählt, dass er schon oft in Deutschland war und sich Spiele von Stuttgart, Pauli, Dortmund und Fortuna Düsseldorf angeschaut hat, schwindet meine Skepsis. Ich will wissen, ob das hier immer so her geht. Er verneint, und sagt, dass das noch gar nix sei, ein eher unterdurchschnittlicher Samstag, wir sollten doch mal vorbei schauen, wenn es gegen Leeds oder besser gegen West Ham gehen sollte. Aus einem angrenzenden Off-Licence Laden stürmt der überaus hünenhafte Besitzer und schreit „Trouuuuuuuuble!“. Die Bullen kommen. Wir türmen vom Platz und kommen über den Hintereingang zur Bahnstation. Diese ist von Bullen abgeriegelt, wohl noch für 10 Minuten, denen nach uns erzählt man für 30. Vom Aufgang kann man die aufgereihten Bullen sehen, die regelmäßig Flaschen und Pflastersteinen ausweichen. Die Werfer sehen wir nicht, eine Häuserwand steht davor. Aus dem Hintergrund kommen 2 Transporter und vollgeschützte mit Knüppeln und Schutzschilden ausgerüstete Polizisten sitzen ab, im Laufschritt auf den Platz. Meine Neugier lässt mich die Bahntrasse hinab rennen auf den Vorplatz, dieser ist bereits leer. Meine Begleiter folgen mir. Da stehen wir, in der Mitte eines Polizeikessels, Wahnsinn. Keine Menschenseele, nur Bullen und wir. Es dauert über eine Minute bis der erste auf uns zu stürmt und fragt, was wir hier wollen. „London Bridge, man!“. Wir sollen den Bus nehmen, der fährt alle 10 Minuten, die Bahn geht absolut nicht. Echt freundlich und hilfsbereit, bedenkt man die Umstände seiner Anwesenheit. Wir erreichen den Bus, ab zur London Bridge, es dauert etwa 20 Minuten bis dorthin. Wahnsinn, ein echtes Erlebnis. Wir schieben uns durch das abenddämmerliche London. London Bridge angekommen, erwartet uns die nächste Überraschung, Bullen über Bullen. Wir dürfen die U-Bahn nicht betreten. Warum wird schnell klar. Ein Polizist erzählt mir, dass Millwall-Fans die abfahrenden U-Bahnen der Leicester-Anhänger angegriffen haben. Ich frage mich, wie die hier so schnell hergekommen sind. Im Vorraum werden schon die ersten verhört. Dann dürfen wir durch. Hinab mit der Rolltreppe, uns entgegen kommt eine Gruppe von etwa 20 gut gebauten Jungs von denen ich mir bei zweien hundertprozentig sicher bin, die im Stadion gesehen zu haben. Sie strahlen, wie Kinder an Weihnachten, wie Millwall-Fans, die soeben ein paar Leicester-Anhänger auf ihrem sicher geglaubten Weg nach Hause zusammengepfeffert haben. Unten suchen Bullen planlos nach den letzten Störenfrieden, natürlich erfolglos. Jetzt ab in nen Pub! Das ist meine einzige Intension. Habe ich von dem Spiel etwas mitgenommen? Ja klar. Wer Millwall fordert, bekommt Millwall. Ob man sich hinter Bullen versteckt oder nicht. Und London kennt seine Problemkinder. Willkommen in Millwall!

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