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    Part IV “Get Wet for the Arsenal!”

    Von Schweini | 10.März 2009

    Arsenal 3-0 Burnley

    Datum: 08.03.2009   Stadion: Emirates Stadium   Zuschauer: 57454

    Arsenal: für viele, die London besuchen und Fußball schauen wollen, die erste Anlaufadresse. Seltsamer Weise ist diese aber schon zum Scheitern verurteilt, wenn es nur darum geht Karten zu bekommen (ähnlich wie bei Chelsea). Deshalb am Anfang ein paar Worte zum fast schon kriminellen Kartenvergabesystem von Arsenal: Sollte man nicht den Drang verspüren (oder die finanziellen Mittel haben) sich eine Dauerkarte im Wert von £925 (Scheißplätze) bis £4750 (VIP-Loge) zu holen, kann man sich für £36 die Silbermitgliedschaft kaufen, die aber nur garantiert, dass man zwei Monate vor Spielbeginn Karten kaufen kann oder besser darf, nicht aber, dass man dann auch Erfolg hat, welche zu bekommen. Um Dauerkarteninhaber zu werden, muss man sich auf eine Warteliste eintragen. Das kostet £50, kriegt man eine, werden die gut geschrieben, kriegt man keine: Pustekuchen. Wenn man also dennoch ins Stadion möchte, kann man immerhin noch Red Member werden. Da bezahlt man £33 pro Saison und darf einen Monat vorher Karten bestellen und da Arsenal ja ein fairer Verein ist, werden von den 60000 Plätzen im Stadion sage und schreibe 1500 für Red Member reserviert. Wie viele Red Member um diese Plätze streiten, ist nicht rauszubekommen. Wer jetzt denkt: „Hey, £3 mehr, dann bin ich doch Silver Member und habe eine größere Chance!“ dem sage ich nur ein Wort: Warteliste. Und was ein Platz darauf kostet, wissen wir ja jetzt. Dass ich dennoch ins Stadion gekommen bin, verdanke ich dem System an sich, denn nur, weil man £2000 im Jahr bezahlt, heißt das noch lange nicht, dass man zu jedem Spiel darf. Aber dazu später mehr. Erst einmal bleibt nur festzuhalten, dass solche Umstände niemals in Deutschland der Fall werden dürfen! Anderthalb Stunden vor Spielbeginn fällt mir auf, dass meine Kamera den Geist aufgegeben hat. Scheiße! Ich tätige einen Anruf, habe Glück und kann mir eine Ersatzkamera von einer Freundin abholen. Jetzt aber schnell ab zur U-Bahn. Aber da schon der nächste Schock: die Station ist geschlossen, heute fährt keine Linie in die Stadt, nur Busersatz, man solle doch bitte 45 Minuten mehr einplanen; wohin auch immer. Diese Bekanntmachung hing gestern Abend noch nicht. Ich verfluche London und alle für sein öffentliches Verkehrssystem zuständigen Personen. Hilft alles nichts. Per Anhalter komme ich zum U-Bahnhof Redbridge, schnell die Kamera abholen und zur Bahn. Noch eine Stunde! Auch diese Linie fährt nur zwei Stationen, dann muss ich in einen Ersatzbus, 30 Minuten soll ich auch hier mehr einplanen. Mein Puls erreicht ungesunde Geschwindigkeiten. Noch etwas weniger als eine Stunde. Raus aus der Bahn, rein in den Bus. Dieser fährt dann mit Schrittgeschwindigkeit durch die engen Straßen, Hoffnung keimt in mir auf, er muss nur 4 U-Bahnhöfe anfahren, dann sind es nach einmal Umsteigen nur noch mal vier Stationen bis zum Emirates Stadium. Hoffnung keimt auf. Noch 35 Minuten, doch dann das Unerwartete: statt zur Liverpool Street zu fahren, schmeißt uns der Bus in Stratford raus! Weiter sollen wir nun mit dem National Rail Service. Wann der kommt? Keiner weiß das! Ich laufe unruhig den Bahnsteig hoch und runter. Dieses dämliche Nahverkehrssystem, meine Halsschlagader ist kurz vorm Bersten. Noch 15 Minuten bis zum Anstoß, kein Zug in Sicht. Ich sehe einen Arsenal-Fan am Steig. Okay, ich bin nicht der einzige, der vom Transport of London heute verarscht wurde! Noch 10 Minuten bis zum Anstoß. Die Bahn kommt. Endlich, schnell rein und dann nach 5 Minuten ohne Zwischenstopp an der Liverpool Street raus, ab in die Ringbahn. Puh, das ging alles ganz schnell. Am King’s Cross muss ich raus, von da sind es nur noch vier Stationen. Ich male mir Chancen aus eventuell nur fünf Minuten zu verpassen. Zwischenzeitlich hatte ich mit dem Verpassen der gesamten ersten Halbzeit gerechnet. Am King’s Cross angekommen, renne ich schnellstmöglich zur Piccadilly Line. Ein Haufen sensationslustiger Japaner versperrt den Aufgang zur anderen Linie, meiner Linie zu Arsenal! Ihre dummdreiste Eigenart mir ein Spiel versauen zu wollen bezahlen zwei von ihnen mit energischen Ellbogenschlägen in die Seite. Der Weg ist frei, die Treppe hoch und dann in die Bahn. Die Japaner sind deutlich aufgebracht und so gern ich die Situation weiter eskaliert hätte, allein schon als Ventil für meine beschissene Anreise, muss ich erkennen, dass ich keine Zeit mehr habe. 13.30Uhr, Anstoß. Scheiße! Ich stehe an der Bahn, die nächste ist in 3 Minuten angezeigt. Sie kommt natürlich nicht! Der fast schon verflogene Ärger kocht erneut hoch. Ich bin stinkend sauer, auf London, auf mich, auf die Japaner! Endlich, die Bahn. Noch drei Stationen. Ich komme langsam runter. Vor mir liegt eine aufgeblätterte Sun mit dem Aufmacher „Teenage girl’s dad: ‚My 15-year-old daughter is a hooker. So what?‘. Klasse, ich wette, spätestens Montag ist das Ding in der Bild. Arsenal, U-Bahnhof Arsenal. Eine Erlösung, die Türen gehen auf, sofort stürmen etwa fünf oder sechs unterschiedliche Personen Richtung Stadion. Okay, ich renne hinterher, vielleicht lassen die keinen mehr rein, wer weiß, warum sollten die sonst rennen!? Ich ziehe meine Karte (£32,50, geholt am vergangenen Mittwoch am Stadion, deshalb weiß ich, wo ich hin muss) und erklimme die letzten Stufen. Ich höre Gesänge, gute Stimmung. Arsenal spielt seit etwa 17 Minuten. Durch das Drehkreuz, wieder keine nervigen Kontrollen, ja. Geschafft! Mein Puls beruhigt sich. Ich kaufe einer jungen Schwarzen, die mit mir die einzige im Vortribünenbereich ist, ein Programmheft ab. Zu spät bin ich ja eh schon! Und dann den Aufgang hinauf, ich stehe drin. Kein Ordner, den ich nach meinem Sitzplatz fragen kann. Okay, also selber suchen, das wird mir ne Menge Freunde bringen. Das Stadion ist nicht ausverkauft, Burnley scheint nicht so der Brecher an den Kartenhäuschen zu sein. Ich sehe meine Reihe und frage den Erstbesten nach der Nummer auf meiner Karte, er zeigt auf dem Platz neben sich. Ich bedanke mich und frage nach dem Spielstand: „Nil nil“ antwortet er, okay, nichts verpasst! Sein nächster Sitznachbar, ein schwarzer Mittvierziger fragt, wo ich herkomme und er ist ganz begeistert als ich ihm antworte, dass ich aus Deutschland sei. Ich zücke die Kamera, mache ein Stadionvideo und prompt fällt das 1:0 durch Vela (Video zum 1:0 für Arsenal). Meine Sitznachbarn bedanken sich bei mir, da sie denken, dass ich ihnen Glück bringe. Lustig die beiden, ich steige drauf ein. Der Schwarze, Des, und sein weißer Freund, Jason, sind, wie sie mir erzählen, Fans der ersten Stunde. Jason ist Dauerkarteninhaber seit 21 Jahren. Er hat die Höhen und Tiefen der letzten beiden Dekaden erlebt. Wir unterhalten uns angeregt. Es beginnt auch einmal stark zu regnen, der Wind steht ungünstig und weht den Starkregen ins Stadion. Erstaunlicherweise stehen viele auf um das Spiel im Stadioninneren zu schauen, da dort Monitore aufgehängt sind! Ich muss lachen, und erwähne zu den beiden wie „Ridicolous!“ ich das finde. Jason gibt mir prompt recht, er ist stolz auf Arsenal, auf das neue Stadion auch, doch seit dem Umzug vom Highbury Park hat sich die Zuschauerstruktur gewandelt, meint er. Mehr Business, mehr Event. Er trauert dem Highbury Park nach und obwohl ich nie ein Spiel darin verfolgt habe, tu ich es ihm gleich! Von den Rängen erschallt „Get wet for the Arsenal!“, dennoch sind wir nach 10 Minuten Regen (35 insgesamt) so ziemlich die einzigen, die auf ihren echt gut gepolsterten Plätzen sitzen. Ich finde die Stimmung schlecht, zumindest nicht gut. Ich erwähne, dass Tottenham deutlich mehr geliefert hat, was die beiden entsetzt. Ich werde belehrt, dass dieser Name in dem Stadion nichts verloren hat, zumindest nicht, wenn man ihn nicht negativ gebraucht. Dass der Name des Hassvereins Nummer Eins, dessen Stadion nicht einmal 4 km weiter östlich liegt dennoch fällt, zaubert mir ein Schmunzeln ins Gesicht. Eine bekannte Elvis-Presley-Hymne wird neu betextet: „Are you Tottenham in Disguise, oh yes you are Tottenham in Disguise!“. Dafür gibt es von mir ganz klar einen Daumen hoch! Es ist die 43. Minute, Jason lädt mich auf „some beers“ ein. Es wundert mich doppelt: erstens warum gerade jetzt und zweiten warum „some beerS“ und nicht „some beer“. Alles klärt sich auf. Des erzählt mir, dass Arsenal nie am Ende der ersten Halbzeit trifft und „some Beers“ heißt „some Beers“! Jason holt 18 (!) Flaschen Cider, für jeden sechs à 0,33l. Wir haben auch in England nur 15 Minuten Halbzeitpause. Des sagt, dass es so üblich ist. Wir dürfen Bier schließlich nicht mit ins Stadion nehmen, also ist es unser Ziel so schnell wie möglich so voll wie möglich zu sein. Eine durchaus gesunde Einstellung. Währenddessen unterhalten wir uns über ihre Mitgliedschaft. Jason und Des bezahlen jeweils £1300 im Jahr um Arsenal zu sehen. Darin enthalten sind alle Premiership-Spiele, aber nur jeweils fünf FA-Cup und fünf Champions-League-Spiele. Alle weiteren müssen bezahlt werden, so wie dieses hier. Alle Mitglieder müssen zwei Wochen vor Spielbeginn die Karte kaufen, oder sie geht an die Tageskasse. Den Platz, den ich inne hab, gehört eigentlich dem Dauerkartenbesitzer Jack, dem Freund der beiden, der aber keinen Bock auf dieses Spiel hatte. Was für ne Verarsche. Carling-Cup-Spiele sind generell extra zu bezahlen. Wir unterhalten uns angeregt über dieses System. Aber für Jason und Des stellt sich die Frage der Dauerkarte gar nicht. Beide seit 21 Jahren Besitzer eben selber, unterstützen den Club von Anfang an, für immer und ewig. Jasons erste Dauerkarte in Highbury kostete £190, jetzt fast das zehnfache und dennoch ist er dabei. Ich berichte ihnen von deutschen Stadionverhältnissen und sie sind beeindruckt. Doch auch Jasons Argument, dass wenn er keine Dauerkarte hätte, sofort jemand anderes an seine Stelle treten würde, klingt durchaus plausibel. Hier opfern Leute alles, was sie haben für ihren Verein, auch wenn der sie nach Strich und Faden verarscht! Auf meine Frage, ob sich die beiden von Arsenal als Fans respektiert fühlen, müssen beide stark nachdenken. Die Distanz zwischen Verein und Fan ist dann doch zu groß. Sie sind schon stolz auf alles was Arsenal geschaffen hat, doch auf meine Frage hin, ob ein neues Stadion den Verlust einer Identität rechtfertigt, wissen beide keine Antwort. Ich bringe das Beispiel Tottenham an, allein der Name schaltet ihre Ohren auf Durchzug. Wir schauen auf die Bildschirme, Oh Gott, 51. Minute. Vor lauter Diskutieren über deutsche und englische Fußballverhältnisse, vergessen wir das Spiel. Nichts wie rein, wir betreten das Emirates und wie durch Zufall fällt das 2:0 durch Eduardo genau in dem Moment als wir die Treppe zu unseren Plätzen herablaufen. Mein Einwurf „Did you recognize that ever I entered this fucking stadium Arsenal scored!?” wird von den beiden begeistert aufgenommen. Des bietet mir den Platz von Jack, dem Typen, der nicht da ist, auf Dauer an. Ich fühle mich auf einmal übermäßig gut, hätte ich doch just in diesem Moment Arsenals kriminelles Kartenvergabesystem ausgehebelt! Ich lehne dankend ab, denn ein Besuch in diesem Stadion reicht mir, denn die Stimmung ist beschissen. Außer „We’re going to Wembley!“ fehlen mir so überraschend innovative Moment wie „Tottenham in Disguise!“ völlig, zumal kaum jemand mit einsteigt. Event-Fußball halt. Vom Spiel Arsenals ist nicht viel zu berichten, außer, dass ich sie mir deutlich besser vorgestellt habe. Arschawin und van Persie sind schon verdammt gut, das Gesamtensemle stimmt mich trotzdem nicht freundlicher, es plätschert eher vor sich hin! Gegen einen Zweitligisten hatte ich besseres erwartet. Jason erzählt mir, dass Burnley echt gut ist, zumindest in der Championsship. Und als in der 75. Minute der erste Burnleyangriff am Pfosten landet, nehme ich die Gäste erstmals war, sie sitzen uns direkt gegenüber, grob geschätzt 5000 Mann. Sie füllen zwei Blöcke, warum sie bis jetzt total lautlos waren, ist mir ein Rätsel, denn ihr Lied „We’re Bunley Guys from the Riverside“ ist wirklich nicht schlecht und auch der Atmosphäre wird endlich einmal genüge getan. Jason bittet mich einmal hinaus zu gehen und wieder die Treppen hinab zu laufen, er ist sehr abergläubisch und denkt wirklich, dass immer wenn ich ins Stadion komme, Arsenal trifft. Ich tue ihm den Gefallen, nicht ihm zu Liebe, aber die knapp 2 Liter Bier in nicht einmal 20 Minuten drücken immens nach außen. Warum auch immer trifft Eboue in der 84. als ich gerade an meinem Platz angekommen bin. Des und Jason fühlen sich bestätigt. Ich solle doch öfter kommen. Nein Danke. Da sich das Spiel dem Ende zu neigt, laden mich beide noch auf ein Pint in einem Pub ein. Okay, ich bin ja durchaus gastfreundlich, speziell in solchen Fällen. Arschawin und van Persie spielen noch eine geile Kombination mit der Hacke. „That’s why I spend more than £1000 each year!“ beichtet mir Jason, irgendwo kann ich ihn verstehen. Liebe in der höchsten Form. Er fühlt sich auserwählt einen Verein zu unterstützen, mit dessen horrenden Eintrittsgeldern er Spieler wie Arschawin nach Islington holt. Dann der Schlusspfiff. „Wanna have some beer?“. Ja klar, warum nicht. Wir schieben uns aus dem Stadion, besonders stimmungsvoll war es nicht, zumal das Gros der Leute das Emirates bereits in der 80. verlassen hat. Ich höre „Red Army“-Gesänge. Auf meine Frage hin gibt Des kleinlaut zu, dass dies durchaus von Tottenhams „Yid Army“ abgekupfert ist. Innovativ ist es auch nicht. Er wimmelt ab. Wir kommen auch an Fanartikelständen vorbei. T-Shirts, auf denen Arsene Wenger Robbie Keane bepisst, pflastern unseren Weg. Die gute alte Feindschaft. Nach kurzem Zwangszwischenstopp durch die Polizei sind wir da: „The Gas Light“. Die Arsenalkneipe am U-Bahnhof Farrington. Eng, laut, einfach nur gut. Ich revanchiere mich mit einem Bier für die beiden. Ein Fehler, denn Des fühlt sich herausgefordert und holt sofort zwei neue alleine für mich. Ich erkenne sofort die alte englische Sitte, bevor die Sperrzeiten abgeschafft wurden: trink soviel wie möglich in so kurzer Zeit wie möglich. Es geht wirklich. Mein Englisch wird besser, zumindest glaube ich das. Wir unterhalten uns über die Unterschiede zwischen deutschem und englischem Fußball. Beide sind durchaus neidisch, als ich ihnen von Aktionen wie Pro15:30 erzähle. Die Eintrittspreise in Deutschland schockieren sie: positiv! Währenddessen Des versucht die Kellnerin abzuschleppen, was am Ende Erfolg haben wird, unterhalte ich mich mit Jason. Wir reden über Filme wie „Green Street“ und „Football Factory“. Nach dem nächsten Pint gesteht er ein, Anfang der Neunziger Teil der Arsenalfirma gewesen zu sein. Er zeigt mir seine Tattoos auf Rücken und Oberarm. Er versichert mir, dass West Hams ICF die größte Firma war und die furcht einflößenste dazu. Arsenals Firma sei aber zu unbedeutend gegenüber den großen aus West Ham, Millwall und Tottenham gewesen. So unbedeutend, dass sie nicht mal einen Namen hatte. Weiterhin erzählt er mir, dass alles in dem Film „(Green Street) Hooligans“ Gezeigte, der Wahrheit entspricht. Schlachten, die so stattgefunden haben. Selbst den Major habe es gegeben, der seinen Bruder verlor. Ich bin beeindruckt. Außerdem erfahre ich von Jason, dass die „Yid Army“ keinesfalls ein Schlachtruf ist, sondern, dass die „Yid Army“ als einzige Firma die Zeit überdauert hat. West Ham, Arsenal und Millwall zusammen seien ein Witz gegen die Hälfte der „Yid Army“, da sie wohl über genügend Jugendpotenzial verfügt und für sich den Titel stärkste und/oder gar einzige Firma Englands in Anspruch nehmen kann. Der Respekt gegenüber den „Bastards from the White Hart Lane“ ist deutlich spürbar. Das Bier zeigt langsam seine Wirkung. Des kommt zurück (mit Frau) und ist wie Jason davon beeindruckt, dass das Energie-Wappen dem von Arsenal zumindest in Form und Farbgebung gleicht. Jason stellt waghalsige Vermutungen an wie gleich sich Cottbus und Arsenal doch sind, doch nur weil wir die gleichen Farben haben, würde Arsenal uns trotzdem nicht van Persie schenken! Ihm ist das egal, er ist sowieso nur noch am Stammeln. Des am Fummeln, und ich am Sammeln. Des zeigt mir seine Dauerkarte, ich darf sie sogar in der Hand halten. Klein und in rotem Leder eingebunden. Ich habe nie zuvor eine Eintrittskarte für £1300 in meinen Händen gehalten. Ich sage den beiden, dass ich genug habe, hui, halb sechs, und gehen möchte. Die beiden willigen ein, bestellen aber für jeden noch ein Bier. Ich ringe beiden noch beste Wünsche für Cottbus‘ Mission zum Klassenerhalt ab (siehe hierzu die Videobotschaften von Des und Jason auf denen zweifellos erkennbar ist, dass wir doch den ein oder anderen Liter Bier zu viel im Schädel haben) und verlasse mit ihnen „The Gas Light“. Ich kann keine zwei Meter geradeaus gehen, geschweige denn unfallfrei sprechen. Unsere Verabschiedung klappt trotzdem. Ich mag die beiden. Wir trennen uns. Ich steige in die Bahn um den umständlichen Weg zurück anzutreten. Ich bin mir schnell sicher: auch wenn die Jungs cooler drauf waren, Tottenham bleibt mir sympathischer und vor allem leidenschaftlicher in Erinnerung! Aber psst: „We never use this word in Islington, except of blame!”

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