Part VII “I’m forever blowing bubbles”
Von Schweini | 19.März 2009
West Ham United 0–0 West Bromwich Albion
Datum: 16.03.2009 Stadion: The Boleyn Ground Zuschauer: 30802 
Man sagt, dass, will man eine Stadt von Grund auf kennen lernen, bei seinem schlimmsten Viertel anfangen soll. Was Hamburg sein Harburg, Köln sein Mühlheim oder Berlin sein Neukölln ist, dass ist für London das Viertel New Ham, oder besser, sein westlicher Teil davon. Wer hier wohnt ist meist ganz unten, der Verlierer des Londoner Systems, dass nur aus Banken und Versicherungen zu bestehen scheint. Die Ausländerquote im Viertel ist die höchste ganz Englands. Die Kriminalitätsrate ist auch nicht ohne. Im nördlichen Teil New Hams wird ringsum den Bahnhof Stratford gerade das olympische Gelände mit seinen Spielstätten hochgezogen, keine 10 U-Bahnminuten vom Stadion. Inwiefern West Hams Einwohner von diesem Spektakel wohl profitieren kann ich nur in drei Worten mutmaßen: wahrscheinlich gar nicht.
Nichtsdestotrotz freue ich mich auf die Partie. Mit der U-Bahn sind es vom Stadtzentrum etwa 20 Minuten bis zur Haltestelle Upton Park. Dieser Name führte und führt bisweilen immer noch gerne in nichtenglischen Medien dazu das Stadion West Hams als Upton Park zu bezeichnen. Fälschlicherweise muss man hier natürlich anmerken. Rund um diese Station bietet sich ein eher ungewohntes Bild (für den ein oder anderen zumindest). 
Ein riesiger Wochenmarkt befindet sich in unmittelbarer Nähe, man sieht auffällig viele Burkas und Kopftücher, die Sprachen sind zumeist nicht identifierbar (vorausgesetzt man kann zumindest Englisch erkennen). Der Boleyn Ground an sich ist in nicht einmal 5 Minuten zu Fuß zu erreichen über die mehr oder minder bekannte Green Street. Bei manch einem mag es jetzt wohl klingeln. Die Green Street heute (ohne sie vorher gekannt zu haben), versprüht keine besondere Aura, ganz im Gegenteil. Die Green Street besteht aus unzähligen Kebab- und Orient-Imbissen. Einer Menge Off-Licence-Shops und einer noch größeren Anzahl leerstehender Häuser. Die Immobilienkrise hat hier besonders hart eingeschlagen, an jedem zweiten Wohnhaus, das meinen Weg zum Stadion säumt, prangt ein „To Let“-Schild. West Ham ist der Verlierer des Systems, gerade jetzt besonders. Zwischen den leerstehenden Häusern und den wirr umher rennenden Menschen aus was-weiß-ich-wie-vielen verschiedenen Nation steht es: The Boleyn Ground. Von außen eine echte Augenweide. Sehr modern, die beiden mittelalterlichen Wehrtürmen nachempfundenen Stadionpforten wirken dennoch nicht kitschig. Eines der schöneren Stadien der Stadt. An die Karte bin ich über einen kleinen Umweg gekommen. Als ich bei meinem ersten Versuch etwas über eine Woche vorher an der Stadionkasse abgewimmelt wurde, versuchte ich es wenige Tage später erneut. Ich habe erzählt, dass ich einer der größten Fans wäre und extra wegen diesem Spiel (ja klar, ich komme wegen dem Tabellenletzten!) nach London gekommen wäre. Ich bekomme umgehend eine Karte, für £35 in der billigsten Kategorie ist die aber auch preislich nicht ohne. Bevor ich das Stadion betrete besorge ich mir noch ein Stadionheft im stadionintegrierten Fanshop. Der ganze Fanshop erinnert stark an einen Devotionalienladen für Bobby Moore. Bobby Moore schwebt wie ein großer, schwerer Schatten über diesem Verein. Ein Weltklasseverteidiger, einer der Helden von 1966, einer der wenigen Helden West Hams. Im Fanshop bekommt man so gut wie alles von Bobby Moore. Und von Paolo di Canio, ja den bei Lazio für die ein oder andere berühmt berüchtigte Geste bekanntgewordenen Mittelfeldspieler, der selbst auch für West Ham kickte. 2008 wollten sie ihn hier als Trainer; Verein und Fans. Nur der Rest der Öffentlichkeit war schockiert und so nahm man sich dann Gianfranco Zola, einen Ex-Chelseakicker.
Bei meinem Weg ins Stadion stelle ich fest, dass ich trotz sechs vorangegangener Partien noch kein Unentschieden gesehen habe. Ein überaus guter Schnitt wie ich finde. Auch war noch keine Nullnummer dabei. Ich bin stolz drauf. Zwei Stunden später verfluche ich mich dafür. Manchmal soll man halt einfach nicht denken.
Das Stadion von innen ist sehr steil, ich habe eine Karte für den Centenary Stand. Dieser befindet sich gegenüber des Home Supporter Blocks, des, na wer hat es bereits erraten?, Bobby Moore Stands. An der Green Street gelegen liegt der Dr. Martens Stand, dem gegenüber der East Stand, der kleinste von allen. Bis es los geht, blättere ich im Stadionheft. Es kostet £3,50, das ist teurer als die sonst komischerweise in allen ersten drei Ligen üblichen £3,00. Der Aufmacher ist diesmal ein junger Deutscher namens Savio, der hier in West Ham sein Geld verdient. Man hält große Stücke auf ihn, zumindest laut Stadionheft. Das ist ja immer positiv und das schweigt sich auch gänzlich über die Kritik an Trainer Zola aus, dem die Boulevard-Zeitungen hier ein Steinzeitsystem vorwerfen. Unattraktiv und dem Kader nicht gerecht. Platz 7 klingt in der englischen Liga nicht schlecht, zumindest in meinen Ohren. Das sieht halt jeder etwas anders.
Das Stadion füllt sich, ausverkauft ist es nicht. Aus West Bromwich sind etwa 150-200 Fans angereist. Für die ist der Gang in die Championship (Liga 2) ja auch fast beschlossene Sache. Das Spielergebnis damit ja so gut wie auch, denke ich. Einmarsch der Spieler, aus den Lautsprechern wird nur eine Melodie angestimmt und dann erschallt die Hymne des West Ham United durchs Rund, gesungen von Tausenden: „I’m forever blowing bubbles“. Ich finde zwar, dass der Text einem Verein, der mit der ICF einst die gefährlichste Firma des Landes gestellt hat, nicht gerecht wird, bin aber dennoch von der Atmosphäre begeistert. Da mein Spiel davor Millwall war, bin ich nun natürlich besonders auf West Ham gespannt. Der Verein hat stellenweise gutes Potenzial, es ist aber nicht besonders im Vergleich zu Tottenham oder Millwall. Die Stimmung ist auch nicht so giftig. Manchmal suggerieren einem Filme ziemlich viel, im Falle West Hams sehr viel. Von der legendären InterCity Firm und deren Nachfolgern sieht man nichts weiter. Vom Spiel auch nicht, das ist vollends beschissen. Schon nach 10 Minuten frustrierend langweilig. West Hams Anhänger bekommen von mir dennoch eine Menge Hochachtung, da ihr vorgebrachtes Liedgut das mit Abstand abwechslungsreichste in den von mir besuchten Londoner Stadien ist. In der ersten Halbzeit wiederholt sich nur „That’s why you’re going down!“ in Richtung WBA, ansonsten vernehme ich im 3-Minuten-Takt unterschiedliche Gesänge. Ein paar „ICF“-Zwischenrufe lassen mich aufhorchen, werden aber nur von 16jährigen Kindern geschrien. Ein paar Gesänge und Textzeilen später höre ich „Tottenham and Millwall are history“. Zwischendurch schwört man den Hammers ewige Treue bis in den Tod. Warum ich mich so genau um Fangesänge und mögliche Ex-ICF-Mitglieder in meiner Kurve beschäftigen kann, ist schnell erklärt: das Spiel ist einfach mal unter aller Kanone. Savio gefällt mir wirklich gut, wahrscheinlich nur, weil er der einzige ist, der sich bewegt. Ein Montagabendspiel, das man auch getrost gegen Wehen Wiesbaden gegen FSV Frankfurt eintauschen könnte. Absolt uninteressant. In der 29. verletzt sich West Hams Verteidiger Upson, er wird vom Platz getragen und damit ist das spannendste auf dem Rasen schon erzählt. Savio hat etwas später noch mal so etwas wie eine Chance, auf jeden Fall muss WBAs Tormann eingreifen. Ansonsten grottenschlecht. Halbzeit. Kaffee. Zurück auf die Tribüne. Hoffnung auf Besserung. Ernüchterung. Es passiert einfach nichts. Nur auf den Rängen ist es stimmungsvoll, „I’m forever blowing bubbles“ ertönt noch mal, so langsam gefällt es mir sogar. Was mir auf dem Platz auffällt ist, dass es kämpferischer zugeht. Ich gewinne dem Spiel doch noch etwas ab. Es wird gegrätscht und hart reingegangen. Wie ich schon oft bemerkt habe, wird auch hier nicht rum geheult. Bei härterem Einsteigen wird die gelbe Karte abgeholt, der Gefoulte steht zu diesem Zeitpunkt schon und versucht sich nicht noch bis zur nächsten Kamera zu wälzen. Ich bin dafür, dass der DFB eine Kampagne ins Leben ruft, die alle Weichpüppis aus der Bundesliga schmeißt. Und Kommentatoren die bei jeder Kleinigkeit gelbe Karten fordern und von in Kauf genommenen Verletzungen sprechen. Also ich empfinde Zweikämpfe auf der Insel deutlich intensiver, nur scheinen die hier schmerzresistenter zu sein. Ich verliebe mich in diese Art des Spiels. Das ist so auch quasi der letzte Strohhalm an den ich mich klammern kann. Zwei Halbzeiten mit einem Torschuss insgesamt sind echt brutal anzusehen. Da freut man sich doch über jede Grätsche von hinten in die Beine. In der 68. Minute wird Savio ausgewechselt. Ich verstehe die Kritik an Zola. Der einzige Aktivposten im Spiel zweier scheintoter Mannschaften wird ausgewechselt für Stanislas (???), einem, Stadionheft sei Dank, 19jährigen Mittelfeldspieler. Es ist sein erster Einsatz in der Premier League. Er macht es nicht besser, zu seiner Verteidigung aber auch nicht schlechter. Das Niveau ist aber auch schon arg unten. Die Absteiger-Rufe Richtung Gäste verstummen. Ein Unentschieden beim UEFA-Cup-Aspiranten kann kaum der Grund eines Abstieges sein. Dann ist es aus. Und das Stadion schlagartig leer. Gepfiffen wird nicht, auf Bromwicher Seite wird aber gut gejubelt, so gut wie man mit 150 jubeln kann. Der Klassenerhalt scheint auf einmal nicht mehr utopisch. Das Nichterreichen des UEFA-Cups durch West Ham auf einmal auch nicht mehr . Erkenntnisse auf beiden Seiten. Nur auf meiner nicht. £35 für so ein Spiel? Ich hätte dafür etwas mehr erwartet. Aber auch da tröstet mich die gute alte West Ham Hymne „I’m forever blowing bubbles“ hinweg, heißt es doch so treffend: „Then like my dreams they fade and die.“ In diesem Sinne.
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Part VI “We Fear No Foe!”
Von Schweini | 15.März 2009
Millwall 0-1 Leicester City
Datum: 14.03.2009 Stadion: The Den Zuschauer: 13264
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Part V “So Putney off!”
Von Schweini | 14.März 2009
Fulham 1-2 Blackburn Rovers
Datum: 11.03.08 Stadion: Craven Cottage Zuschauer: 22259
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Part IV “Get Wet for the Arsenal!”
Von Schweini | 10.März 2009
Arsenal 3-0 Burnley
Datum: 08.03.2009 Stadion: Emirates Stadium Zuschauer: 57454
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Part III “Please donate for our heroes, Sir!”
Von Schweini | 9.März 2009
Crystal Palace 2-1 Preston Northend
Datum: 07.03.2009 Stadion: Selhurst Park Zuschauer: 16340
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Part II “To Dare is to Do!”
Von Schweini | 6.März 2009
Tottenham 4-0 Middlesbrough
Datum: 04.03.2009 Stadion: White Hart Lane Zuschauer: 35761
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Schweini does London Part I
Von Schweini | 5.März 2009
Charlton Athletic 1–2 Doncaster Rovers
Datum: 03.03.2009 Stadion: The Valley Zuschauer: 20815
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Heiß auf die Rückrunde!
Von Schweini | 30.Januar 2009
So Jungs. Nach dem nicht allzu glorreichen Auftritt unserer Energie gegen die Tablettenmannschaft wird es nun endlich wieder Zeit für die Rückrunde. Die gefühlte Unendlichkeit der Winterpause ist nun vorbei. Hoffen wir das Beste für die Rückrunde, auf eine ähnlich erfolgreiche Aufholjagd wie letztes Jahr.
Unsere erste Station am Samstag ist das Millionärsdorf Hoppenheim. Jegliche Ausführung zur Daseinsberechtigung der TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH sollen jetzt hier verkniffen bleiben.
Treff und Abfahrt um 6:30 Uhr in der Marktstraße. Wegproviant nicht vergessen!
Und Vorsicht! Was uns da erwarten wird, habe ich euch im unteren Bild schon mal vorbereitet!
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Energie im Finale / Kreuzbandriss bei Ibisevic?
Von Schweini | 14.Januar 2009
Cottbus nach 10:1-Sieg auf Zypern im Finale
Durch ein Schützenfest ist unsere Energie in das Finale des Bundesliga-Vorbereitungsturniers auf Zypern eingezogen. Der Tabellen-16. gewann mit 10:1 (5:0) gegen Liga-Spitzenreiter Omonia Nikosia.
Nach dem 2:2 gegen Alemannia Aachen erreichte Cottbus wegen der um einen Treffer besseren Tordifferenz vor Aachen das Finale gegen Zweitligist 1. FC Kaiserslautern. Ivica Iliev (15./17. Minute) eröffnete mit einem Doppelschlag den Torreigen. Außerdem trafen Emil Jula (28.), Ervin Skela (31.) per Freistoß und Dimitar Rangelow (40.), Dennis Sörensen (49.), der tschechische Neuzugang Jan Rajnoch (56.), erneut Rangelow (61.) und ein Eigentor (70.) brachten schon den Endspiel-Einzug. Branko Jelic (89.) sorgte sogar für ein zweistelliges Resultat. Die bestenfalls viertklassigen Lokalmatadoren schafften per Foulelfmeter das Ehrentor zum 1:5 (48.).

Am 31.01.08 startet unsere Energie gegen die TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH in den Ligabetrieb
Kreuzbandriss bei Ibisevic?
1899 Hoppenheim muss womöglich wochenlang auf 18-Tore-Mann Vedad Ibisevic verzichten.
Der Bosnier musste beim Testspiel gegen den Hamburger SV (0:2) mit einer Knieverletzung vom Platz und wurde umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert.
Der Verdacht: Teilanriss des vorderen rechten Kreuzbandes. Ibisevic wird sich am Donnerstag in Heidelberg einer erneuten Kernspintomographie unterziehen.
Wäre zu mindestens nicht die schlechteste Nachricht für uns.
Quellen: FTD.de, sport1.de
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